Person Detail

1283
P. Johannes (Johann) Häfelin von Klingnau
Geburtsjahr: 1637  |   Todesjahr: 1726


Professbuch:
Band B, Nr. 149
Kapitel: 6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70.
P. Johannes (Johann) Häfelin von Klingnau
Professjahr: 1656

Professbuchtext:
P. Johannes (Johann) Häfelin von Klingnau. Geboren den 12. Dezember 1637. Profeß 21. Januar 1656. Priester 17. Dezember 1661. Primiz 27. Dezember 1661.
P. Johannes wurde den 20. November 1670 Cellerar und den 28. November Brüderinstruktor, doch nur bis zum 11. April 1671, dann wurde er Küchenmeister. Seit dem 11. März 1671 war er auch Beichtiger in der Au. Den 22. April 1674 nahm er an den Translationsfeierlichkeiten der hl. Flora in Arth teil. Den 29. Januar 1674 ernannte ihn der Abt zum Kustos und betraute ihn den 13. Dezember 1675 mit der Aufsicht im Chore, solange P. Subprior den altern Fratres Unterricht zu erteilen hatte. Den 5. August 1677 besuchte er seinen totkranken Vater. Am 3. November 1677 nahm er an den Translationsfeierlichkeiten des hl. Bonifaz in Steinen teil. Den 30. August 1680 wurde er als Kustos zur Messe in Zurzach geschickt, um dort auf die Engelweihe und die Translation der hl. Leiber für die Sakristei einzukaufen. Wiederum mußte er den 4. März 1681 in Geschäften der Sakristei nach Rapperswil und von dort, auf Ansuchen des Bischofs von Chur, nach Weesen, um im dortigen Dominikanerinnenkloster die Orgel zu stimmen. Den 26. Juli 1681 kehrte er von Zürich zurück, wohin ihn der Abt gesandt hatte, «sich umb ein Goldarbeiter umzusehen, welcher ettliche Edelgestein in Gold einfassen sollte, so in die neuwe Infel, welche die Closterfrauwen von Vahr gar zierlich machten von Gold und Bluemenwerk, einzusetzen weren. Hatt auch so vill ausgewürkt, das einmahl selbiges Werk der Infel den Fortgang wirdt haben, und bis auf könftige Engelweihe zugebrauchen seye»133. Den 1. Dezember 1681 wurde er als Dekan nach Pfäfers bestimmt, wo er bis zum 11. April 1682 blieb. Den 28. Juli 1684 mußte er nach Fahr, um dort die Orgel zu reparieren, ebenso ging er den kommenden 26. November wieder dorthin, «vmb sich etwas zu erholen, wegen vilen Arbeiten, die er vermählte gehabt zu haben in Stimmung der Orgel und Schreibung der grossen Choral Büchern». 1685 ging er den 27. April nach Muri zur Primiz seines Vetters, P. Konrad. Den 23. September 1685 machte er in Zürich für das Vestiarium und die Weberei, die ihm offenbar unterstellt waren, Einkäufe. Vom 20. November 1685 (nach andern 7. Januar 1686) bis zum 25. September 1686 war er Pfarrer in Eschenz. Vom 14. bis 21. Mai 1691 reparierte er die Orgel im Kloster zu Weesen. Im gleichen Jahre suchte er vom 9. August bis 19. September das Bad Pfäfers auf. Er war viele Jahre Beichtiger in der Au und zugleich auch Konventbeichtvater, als er den 12. Juni 1699 nach St. Gerold bestimmt wurde. Er bat aber, nach Sonnenberg gehen zu dürfen, was ihm erlaubt wurde; den 6. Juli machte er sich dahin auf den Weg, «gleichwohl mit großer seiner Mortification», wie Dietrich schreibt. Von dort heimberufen, wurde er den 31. Dezember 1706 Vorsteher der Klosterschule und den 4. Februar 1707 wieder Konventbeichtvater. Doch wurde er seines hohen Alters wegen den 18. Dezember 1708 seines Amtes als Präfekt enthoben und wohl schon damals wieder als Socius nach Sonnenberg geschickt, wo er 1714 war. Später kam er wieder heim, ging aber den 20. Juli 1721 erneut hin und starb daselbst den 28. November 1726 im hohen Alter von 89 Jahren. Er wurde in der Kirche zu Wängi begraben134.

Schriften:
a) Gedruckte:
Bilger-Stab oder Wallfahrt nacher Einsidlen, das ist: Wie sich ein Einsidlischer Bilgram auff der Reiss zu der H. von Christo dem Herren selbst eingewyhten Capellen verhalten solle etc. In 12 Punkten verfasset von R. P. Hieronymo Widmer, Conventual und gewessten Pfarrherren daselbsten, Anjetzo aber auff vilfältiges Anhalten viler frommer Bilgram auffs neu widerum getruckt, um etwas wenigs verändert und vermehrt durch R. P. Joannem Häfelin, auch Conventual daselbsten. Cum fac. Superiorum. Gedruckt im Fürstl. Gottsh. Einsidlen, durch Meinrad Eberlin. 1738. 12”. 200 Seiten.
Bilger-Stab wurde wiederholt gedruckt, so a. 1678, 1706 (1000 Exempl.), 1712, 1718 (1212 Exempl.), 1723 (1520 Exemplare), 1733, 1738, 1746, 1751 (4000 Exempl.), 1761, 1776 (4000 Exempl.), 1789 (2000 Exempl.).
b) Ungedruckte:
1. Erat musicus haud ineptus, extant aliquae Musica ab illo composita. So berichtet Symian NB 1, S. 128. Jetzt verloren.
2. Novellae sacrarum Cantionum variis Sanctorum festis accomrnodatae et binis decantandae vocibus. Einsidlen 1671. 4 °. So Becker Tonwerke, Seile 108.
3. Graduale de Tempore ad Ritum Missalis Romani sub Revmo ac Illustr. mo Dno Dno Placido Primo hujus Nominis Monrii Einsidlensis Abbate ex Antiquo abbreviari et conscribi inceptum; ac demum sub Revmo et Illustrmo Dno D. Augustino Ildo ejusdem Successore absolutum Anno Dni 1674. A. R. P. Joanne Haefelin. Großfolio. 474 Seiten. Index in fine. Auf Pergament. Im obern Chor auf der Subprioren-Seite.
4. Graduale de Sanctis: Ad Ritum Missalis Romani sub Revmo ac Illustrmo S. R. Imp. Principe ac Domino Dno Augustino Hujus Nominis Ildo Monasterii B. V. M. Einsidlensis Abbate ex Antiquo abbreviatum, conscriptum et absolutum A. Relig. P. Joanne Haefelin Anno Dno 1684. - Großfolio. 332 Seiten, auf Pergament. Nach dem Titelblatt folgt das Register auf 9 Seiten, an dessen Ende heißt es:
«Haec absolvi die 8. Aprilis anno Dno 1684. Aetatis meae Anno 47. F. Joannes Haefelin. Miseremini mei saltem vos charissimi Fratres mei.» Im obern Chor auf der Dekanen-Seite.
Symian A. NB 1, S. 128, bemerkt hierüber: «Fuit scriptor bonus; manu eleganti descripsit Codices illos genuinos ingentis molis, quibus Introitus et Gradualia et caetera ad Missas Conventuales chorali cantu decantandas pertinentia, continentur.»

Letzte Aktualisierung: 03.10.2018 – Impressum
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